Am 25. September 2017 gepostet in .

Deutscher Schauspielpreis „Starker Einsatz“ für Marcus Off

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) und ver.di-FilmUnion ehren Synchronschauspieler für sein Engagement für faire Arbeitsbedingungen in der Filmbranche. Der InteressenVerband Synchronschauspieler (IVS) würdigt Marcus Offs Vorreiterrolle im Streit um Nachvergütungen, wodurch er nicht unerhebliche Einbußen erleiden musste. Sein Einsatz hat bereits weitere Kollegen ermutigt, sich für ihre Rechte einzusetzen.

Foto: Ilona Brokowski
Foto: Ilona Brokowski

Berlin, 25. September 2017 – Der Synchronschauspieler Marcus Off wurde am Freitagabend mit dem Deutschen Schauspielpreis „Starker Einsatz“ ausgezeichnet. Mit dieser Kategorie würdigen der Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) und die ver.di-FilmUnion die Courage im Filmalltag und den Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in der Filmbranche. Die Preisverleihung fand im Berliner Zoo-Palast vor mehr als 800 geladenen Gästen statt. Synchronschauspielerin Harriet Kracht hielt die Laudatio für Marcus Off. Direkt im Anschluss an die Preisverleihung gratulierte der Vorstand des InteressenVerband Synchronschauspieler (IVS) seinem Mitglied zu der Auszeichnung und würdigte damit Marcus Offs Vorreiterrolle im Streit um Nachvergütungen.

“Marcus Off hat den Preis mehr als verdient. Mit seinem persönlichen Einsatz kämpfte er trotz starker Repressalien über mehr als zehn Jahre hinweg unermüdlich für die Interessen der Synchronschauspielerinnen und -schauspieler in Deutschland”, honoriert IVS-Vorstand Till Völger das Engagement von Marcus Off. Der Synchronschauspieler, der in den ersten drei Teilen des Piratenfilms „Fluch der Karibik“ Hauptdarsteller Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow synchronisierte, hatte seinen Nachvergütungsanspruch gegen den Walt-Disney-Konzern gerichtlich durchgesetzt. Damit erzielte er ein richtungsweisendes Urteil für die Synchronbranche. Nachdem Marcus Off die ihm zustehenden Rechte einforderte, wurde er in den folgenden Projekten nicht mehr beschäftigt.

„Die Summe, die Marcus Off vor dem Gericht erstritt, macht lange nicht das wett, was er persönlich in all den Jahren infolge seines Einsatzes verloren hat. Obwohl verwerterseitig vielfach behauptet wird, dass es das „Blacklisting“ nicht gibt, so weiß doch jeder in der Branche, dass sich Verwerter, Verleiher und auch namhafte Synchronproduzenten gegen Marcus stellten und er dadurch erhebliche finanzielle Einbußen erlitten hat“, meint Völger.

Das gesamte Verfahren, das der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am 30. März dieses Jahres endgültig entschied, wurde vom IVS finanziert. Aktuell unterstützt der Verband noch drei weitere Nachvergütungsverfahren, wovon er zwei ebenfalls finanziell trägt. Grundlage aller Verfahren ist die Regelung zum Fairness-Ausgleich § 32a UrhG, wonach ein auffälliges Missverhältnis zwischen der ursprünglich vereinbarten Vergütung und dem mit der Leistung des Künstlers erzielten Erfolg ausgeglichen werden soll.

Durch die Auszeichnung des Synchronschauspielers Marcus Off mit dem Deutschen Schauspielpreis wird die Zusammenarbeit des IVS und der BFFS weiter verstärkt.

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