Am 29. Mai 2017 gepostet in .

LG Berlin: Einstweilige Verfügung gegen FilmConfect

Der InteressenVerband Synchronschauspieler e.V. (IVS) kritisiert die Äußerungen durch FilmConfect und die schlechte Zahlungsmoral in der Synchronbranche im Allgemeinen. Zwei Synchronschauspieler erwirkten nun beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen FilmConfect und ihren Geschäftsführer wegen der Behauptung des Vertragsbruches und der damit bestehenden Gefahr einer Rufschädigung.

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Berlin, 29. Mai 2017 – Das Landgericht Berlin hat am 9. Mai dieses Jahres eine einstweilige Verfügung gegen die FilmConfect Home Entertainment GmbH aus Potsdam und ihren Geschäftsführer Martin Irnich erlassen. Diese dürfen nun nicht länger behaupten, die Synchronschauspielerin Franciska Friede und ihr Kollege Marcel Mann seien vertragsbrüchig geworden. Beide hatten sich wegen stetig verspäteter Bezahlungen geweigert, weitere Terminanfragen von der Berliner Synchronstudio TNT-Media GmbH anzunehmen. Die FilmConfect Home Entertainment GmbH, die TNT-Media mit der Synchronisation einer Anime-Serie beauftragt hatte, warf Friede und Mann daraufhin öffentlich Vertragsbruch vor und schädigte damit ihren Ruf. Das Landgericht Berlin hat diese Äußerungen nun als rechtswidrig eingestuft und weitere derartige Behauptungen untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.

„Die schlechte Zahlungsmoral ist leider seit Jahren ein Thema in unserer Branche. Es gibt Kollegen, die trotz Zahlungserinnerungen und Mahnungen bis zu zwei Jahre auf ihr Honorar warten. Das muss sich dringend ändern“, fordert IVS-Vorstand Till Völger. Es könne nicht sein, dass Synchronschauspieler zur Persona non grata erklärt und nicht mehr beauftragt würden, nur weil sie die vertraglich vereinbarte Bezahlung für ihre geleistete Arbeit einforderten. „Die Synchronproduzenten sprechen oft davon, dass wir ihre Partner seien. In einer Partnerschaft sollten beide Seiten auf die Bedürfnisse des anderen eingehen. Dazu zählt auch eine faire und vor allem zeitnahe Bezahlung“, meint Völger und ergänzt: „Dass Synchronschauspielern öffentlich Vertragsbruch vorgeworfen wird, nachdem sie aus den fortwährenden Zahlungsrückständen die richtigen Konsequenzen gezogen und weitere Terminanfragen nicht angenommen haben, ist nun eine neue Dimension.“

Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin, wegen Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung angeordnet, gilt auch für die Behauptungen, Mann habe alle Vergütungen von der TNT-Media erhalten und sei nicht zum vereinbarten Termin erschienen. Vielmehr wies Mann schon Tage vorher wegen Nichteinhaltung des Zahlungsziels darauf hin, keine weiteren Termine anzunehmen. Der IVS begrüßt die Entscheidung des Landgerichts Berlin im Rahmen der einstweiligen Verfügung.

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