Am 18. Oktober 2017 gepostet in .

Schauspielverbände verurteilen Vorschlag zur Abschaffung von „Das Erste“

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Nur so kann er seinen verfassungsrechtlichen Auftrag erfüllen und zur demokratischen Meinungsbildung in Deutschland beitragen. Der Angriff gegen Das Erste ist letztlich ein Angriff gegen alle Fernsehschaffenden. Der Vorschlag von Staatskanzleichef Rainer Robra (CDU) ist unhaltbar und nicht zur Lösung bestehender Probleme geeignet.

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Berlin, 18. Oktober 2017 – Der Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) und der InteressenVerband Synchronschauspieler e.V. (IVS) lehnen den Vorstoß Sachsen-Anhalts zur Abschaffung von „Das Erste“ ab und fordern den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner derzeitigen Form zu erhalten. Der für Medien zuständige Staatskanzleichef Rainer Robra (CDU) hatte Anfang dieser Woche angeregt, „Das Erste“ als überregionalen Sender abzuschaffen und ihn auf ein Schaufenster der Regionen zu beschränken.

„Der Angriff gegen Das Erste ist letztlich ein Angriff gegen uns Fernsehschaffende! Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind ein zentraler Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mit ihrer Kreativität leisten sie auf dieser politisch und wirtschaftlich unabhängigen Plattform einen wesentlichen Beitrag für die Freiheit und Vielfältigkeit unserer Gesellschaft“, meint Heinrich Schafmeister Vorstand des BFFS und ergänzt: „Genau um diese wichtige Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender zu würdigen, haben wir sie Ende September beim Deutschen Schauspielpreis in Berlin mit dem Ehrenpreis Inspiration ausgezeichnet.“ „Wir gehen davon aus, dass es für den absurden Vorschlag zur Abschaffung von Das Erste keine Mehrheit in der Ländergemeinschaft geben wird“, ist Till Völger, Vorstand des IVS, überzeugt.

Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leitet sich aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes ab. Danach sollen die Sender die freie Meinungsbildung und kulturelle Vielfalt gewährleisten. Entstanden ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach dem Zweiten Weltkrieg als Gegenentwurf zu dem zentralistisch organisierten Staatsfunk der NS-Diktatur. Er gehört heute allein der Allgemeinheit, die ihn wiederum beaufsichtigt.

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