Am 28. November 2012 gepostet in .

Bundesgerichtshof zur Nachvergütung

Die Beteiligung eines Synchronschauspielers im Zuge der Nachvergütung wegen unerwarteten Erfolges ist seit einiger Zeit Streitgegenstand vor den Berliner Gerichten. Nun hat der Bundesgerichtshof ein Grundsatzurteil zu der Frage gefällt, ob Synchronschauspieler einen Anspruch auf Nachvergütung haben. Zur weiteren Tatsachenfeststellung hat das Gericht die Rechtssache an das Landgericht zurückverwiesen.

Bundesgerichtshof in Karlsruhe
Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Am 10. Mai 2012 verkündete der Bundesgerichtshof das Revisionsurteil im Off-Prozess (Aktenzeichen: I ZR 145/11 – Fluch der Karibik) und verwies die Sache zur weiteren Tatsachenfeststellung zurück an das Kammergericht. Nun liegt die Urteilsbegründung vor.

Neben verschiedenen Fristenproblemen und der Behandlung von Auskunftsansprüchen gegen die einzelnen Beklagten, hat der BGH nun Stellung zu der Annahme des Kammergerichts bezogen, dass die Synchronisationsleistung als „lediglich untergeordneten Beitrag“ zu bewerten sei, wodurch eine weitere Beteiligung nach § 32a UrhG von vornherein ausscheide. Dabei stellt der BGH in einem Leitsatz klar:

„Die Synchronisationsleistungen eines Synchronsprechers für die Person eines Hauptdarstellers eines Kinofilms sind üblicherweise nicht derart marginal, dass der Anwendungsbereich des § 32a UrhG generell ausgeschlossen ist.“

Der BGH stellt klar, dass ein Anspruch auf weitere angemessene Beteiligung nicht voraussetzt, dass die Leistung des ausübenden Künstlers ursächlich für die Erträge und Vorteile ist, die aus der Nutzung des Werks gezogen werden. Ein Anspruchsausschluss sei nur bei gänzlich untergeordneten Beiträgen anzunehmen. Die Entscheidung des Kammergerichts sei insofern rechtsfehlerhaft, als es zu hohe Anforderungen an den Beitrag des Klägers als ausübender Künstler für das Gesamtwerk gestellt hat. Von einem derart marginalen Beitrag „kann bei der Leistung eines Synchronsprechers, der die Synchronisierung des Hauptdarstellers eines Films übernommen hat, im Allgemeinen nicht ausgegangen werden“, so der BGH.

Die Ausführungen des Bundesgerichtshofs stellen dabei nicht nur einen Erfolg für den Prozess dar, sondern auch für das Berufsbild des Synchronschauspielers als solches – eine Anerkennung der künstlerischen Leistung der Kolleginnen und Kollegen, die durch ihre Arbeit teilweise maßgeblich zum (wirtschaftlichen) Erfolg der jeweiligen Filme, Serien und Kinoproduktionen beitragen.

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